Apple veröffentlichte letzte Woche ein Paper, in dem herausgearbeitet wird, dass aktuelle KI-Modelle (insb. Large Reasoning Modelle) doch noch nicht selbst denken können (https://ml-site.cdn-apple.com/papers/the-illusion-of-thinking.pdf) und Sam Altman schreibt in seinem Blog (https://blog.samaltman.com/the-gentle-singularity) wie sich die KI-Welt in den den nächsten Jahren verändern wird und was das für uns Menschen bedeutet.
Und alle drehen durch…. ?!
Ich denke, man muss das mal mit ein wenig Abstand und etwas emotionslos betrachten…:
Selbst, wenn KI auf dem derzeitigen Stand bleiben würde, wären solche Systeme in bestimmten Bereichen „intelligenter“ als Menschen. Was Wissensreproduktion, Auswendig-Lernen, Navigieren im digitalen Dschungel betrifft – das kann KI bereits jetzt besser als wir.
Andererseits wird KI einige Dinge nie so gut können, wie wir. Gefühle und Emotionen, Geschmack, Schmerzen, Berührungen – das sind Dimensionen, die noch länger dem Menschen vorbehalten bleiben (ich stelle mir gerade eine KI vor, die vom Baum fällt, sich das Knie aufschlägt und den Schmerz spürt. Ähm…).
All das führt bei Menschen zu einem anderen Erfahrungshintergrund, zu anderen Lerneffekten und zu anderen / intensiveren Wissensverknpüfungen als das digitale Systeme leisten können, die ja schließlich nur in einer Dimension (digitales Wissen) „leben“. Daraus resultieren zwangsläufig andere Ausprägungen von Intelligenz.
In der digitalen Welt, ist KI schon heute dem Menschen überlegen. In anderen Bereichen ist KI noch überhaupt nicht existent. Und dann kommt dazu, dass manchmal auch echte Menschen ganz schön bescheuert sein können….
Intelligenz ist eben keine gut messbare Größe. Und vielleicht ist auch das menschliche Gehirn nur ein stumpfer Papagei, der Informationen (aus vielen unterschiedlichen Bereichen) verknüpft und reproduziert. Vielleicht überschätzen wir Menschen uns aber auch einfach nur grandios.
Mich würde bspw. wirklich mal interessieren, wie viele Menschen mit dem im Apple-Paper herangezogenen Rätsel der „Türme von Hanoi“ klar kämen. Hier auf LinkedIn sicherlich mindestens 80%. Wenn ich aber so durch die Stadt laufe und wahllos Passanten frage, vermutlich deutlich weniger – weil Intelligenz eben nicht nur durch das Lösen von Rätseln definiert wird.
Apple wird mit seinem Paper die KI-Bewegung nicht zerstören (war auch gar nicht der Anspruch) und Sam Altman wird mit seinem Blog-Eintrag den Menschen nicht obsolet machen (war ebenfalls nicht sein Anspruch). Daher verstehe ich die Aufregung, die diese beiden Artikel verursachen, nicht wirklich.
Vielleicht bin ich aber auch einfach nicht intelligent genug dafür und sollte mal die KI um Unterstützung bitten….
