Bücher, Olympia und KI

Ich mag Bücher!
Schon immer. Ich mag, wie sie sich anfühlen, wie sie riechen, was drin steht und was das Lesen mit mir macht. Gute Bücher nehmen einen mit, regen das Hirn und die Phantasie an, schaffen neue Verknüpfungen für Ideen, Kreativität. Sie liefern Argumente, Information und Wissen, Kontroversen und befähigen uns, all das auch auszudrücken.

Gerade laufen im TV die olympischen Spiele. Riesenslalom… und ja – ich komme gleich wieder zu den Büchern zurück…. Aber mir geht folgender Gedanke durch den Kopf: da gibt es Athleten, die unfassbare Mühen auf sich nehmen, trainieren, ans Limit gehen, um einen Hang hinunter zu jagen. Wir anderen bewundern das, fiebern mit, sind fasziniert ob der körperlichen und mentalen Höchstleistung.

Sport fokussiert auf den Weg (nämlich die Abfahrt von oben bis unten ins Ziel), nicht auf die Zielerreichung an sich. Es käme niemand auf die Idee, sich vom Start ins Ziel zu „beamen“ (selbst, wenn das mal endlich jemand erfinden würde). Nein, hier geht’s darum, unter festgelegten Regeln den Weg (!) bestmöglich, schnellstmöglich zu bestreiten.

Im Vergleich dazu ist KI die brutalstmögliche Reduktion auf’s Ergebnis. Prompt, Ergebnis, zack, fertig. Und weiter. Kein Weg mehr, keine Anstrengung, quasi vom Start ins Ziel „gebeamt“ und den Sieg beansprucht.

So, und jetzt kommen wir zurück zum Buch…. ich glaube, dass Bücher eine ähnliche Wirkung auf das Hirn haben, wie Wettkämpfe auf den Körper. Und ich glaube, dass uns diese Analogie beim Umgang mit KI helfen kann!

Denn wenn wir KI als brutalstmögliche Reduktion auf’s Ergebnis (ja, ich wiederhole mich) betrachten, dann brauchen wir uns auch nicht zu wundern, wenn der Weg dahin 1) keinen Spaß mehr macht und uns 2) immer beschwerlicher vorkommt. Ohne Training wird ein Riesenslalom vermutlich heftig….

Ich bin daher überzeugt, dass wir gerade in KI Zeiten viel mehr lesen müssten, um die „Abkürzung KI“ auch richtig einordnen und schätzen zu können, das Ergebnis zu hinterfragen und die Dinge auch weiterhin zu „verstehen“. Olympia, das damit verbundene Training und die Bestleistungen der Athleten sind eine gute Inspiration dafür.

Oder würden Sie aufhören zu laufen, wenn das Beamen erfunden wird?
Warum hören viele also auf zu Denken, nur weil die KI das angeblich besser kann?

Künftig wird Verstehen, Hinterfragen, Bewerten, Einordnen wichtiger als jemals zuvor. Und Bücher sind ein hervorragendes Training dafür!

KI ist da, KI wird bleiben. Ich hoffe sehr, mit Hirn und Denken ist es ähnlich…

#informatikersindcool#olympia#wererfindetdasbeamen