Diskussion über Stundensätze – was für ein Blödsinn!

Ich unterstütze gerade einen Kunden bei einer großen Ausschreibung. Darin sollen u.a. auch Stundensätze von Entwicklern abgefragt werden, um „Vergleichbarkeit“ zu ermöglichen.

Natürlich verstehe ich den dahinter liegenden Wunsch. Allerdings begründet sich dieser in der Annahme, dass die Leistung, die ein Entwickler pro Stunde bringen kann, irgendwie genormt wäre. Und diese Annahme ist falsch.

Entwickeln basiert auf Erfahrung, auf „Mitdenken“, ist teilweise ein hochkreativer Prozess. Manchmal aber auch sehr stumpfes Abtippen von Spezifikationen. Hinzu kommt mittlerweile die Variable „KI“. Unterm Strich eine ganze Reihe völlig beweglicher und verschiedener Rahmenbedingungen.

Hier ein Preisschild dran zu kleben, ist unmöglich.

Am Ende geht’s dabei doch ganz stumpf um das Ergebnis. Wenn die Qualität stimmt, und der Gesamtpreis eines Deliverables ins Budget passt, ist es doch völlig egal, wie schnell oder langsam ein Entwickler gewesen ist – und somit auch, wie hoch oder niedrig sein Stundensatz war. Der schöne deutsche Begriff „Preis-Wert“ sollte hier wörtlich verstanden werden.

Die Kategorien „Junior“ oder „Senior“ sind m.E. gerade bei Entwicklern ebenfalls längst überholt – vielmehr müssen wir Nachhaltigkeitsaspekte, Architektur, Investitionssicherheit der Ergebnisse viel höher bewerten.

Heißt: Quality first!
Denn dann bleibt’s dauerhaft am günstigsten.

Ansonsten können Sie sich gleich nen 30€ Account bei ChatGPT holen und mit Vibe-Coding ein paar technische Schulden anhäufen. Das ist kurzfristig sicherlich die günstigste Alternative. Aber erstaunlicherweise findet man sowas (noch) nicht in Ausschreibungen – Gott sei Dank.

Was machen wir also konkret: lernen Sie Ihre Entwickler kennen, sehen Sie sich die Qualität an, machen Sie einen Piloten. Und ziehen Sie Quality-Gates ein, die auch einen Check enthalten, ob die Lösung ihren „Preis-Wert“ war.

Aber der reine, stumpfe Vergleich von Stundensätzen ist – sorry – Blödsinn!

#informatikersindcool#stundensätzesindblödsinn#qualityfirst