Hört auf, mit dem Denken aufzuhören!

„Das muss ich doch gar nicht mehr wissen, das macht eh die KI“ – boah, wie mir diese Einstellung mittlerweile auf den S… geht….

Und damit meine ich nicht meine Studierenden – sondern viele Mitarbeiter, die mir in Projekten und in „freier Wildbahn“ so begegnen. (Aber ja, auch der ein oder andere Studi mag mit Sicherheit diese Einstellung haben.)

Heißt also – dank KI brauchen wir nicht mehr denken, uns geistig anstrengen, ein paar Prompts und alles ist erledigt. Mehr Freizeit, weniger Stress. Läuft ?

„Mein KI-Agent macht jetzt dasselbe, wofür ich früher ne Woche gebraucht habe“ – die andere Art Aussage, die ich nicht mehr hören kann. Und bei der ich jedesmal sage: „und wofür braucht’s Dich dann noch“?

Wir sind – ob wir wollen oder nicht – in dem größten digitalen Umbruch aller Zeiten. Von „vor der KI“ zu „mit der KI“. Und klar, aktuell gibt’s da viel Potenzial, sich das Leben leicht zu machen. Aber nur, weil noch nicht alle den Sprung zu „mit der KI“ geschafft haben. Und spätestens da wird’s interessant….

Und „mit KI“ kann nur funktionieren, wenn wir uns dorthin entwickeln. Wenn wir KI als Denkunterstützung betrachten und lernen, „mit KI“ besser zu sein als alle anderen, die ebenfals „mit KI“ unterwegs sind.

Als der Taschenrechner erfunden wurde, haben wir uns doch auch neu orientiert und Dinge entwickelt, entdeckt, erdacht, die erst dank des Taschenrechners möglich waren. Da kam doch keiner auf die Idee, die Beine hochzulegen und das Hirn auszuschalten.

Das Internet – same story.

„Mit KI“ wird kurzfristig zur Convenience – jeder hat sie, jeder kann sie nutzen. Das, was „early adopters“ jetzt an Zeitgewinn rausholen, wird die neue Normalität. Geschäftsfelder werden sich ändern (oder komplett verschwinden), neue Ideen und Geschäftsmodelle „mit KI“ werden entstehen.

Und die, die aufhören, zu denken und zu lernen, werden dabei keine Rolle spielen können. Beine hochlegen funktioniert dann noch – mehr aber vermutlich auch nicht.

Anstatt mit dem Denken aufzuhören, müssen wir aktuell erst recht damit anfangen. Wissen, Begreifen, kritisches Hinterfragen – all das ist „mit KI“ genauso spannend und wichtiger denn je.

Sorry – aber das musste jetzt mal raus…..

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