Warum „Lernen“ nicht mit KI mithalten kann….

Haben Sie schon mal versucht, von Ihrem Hirn in das Ihres Gesprächspartners „copy & paste“ zu machen?

Stellen Sie sich mal vor, das würde funktionieren – also, der Gedanke, den ich gerade habe, das, was ich grad gelernt habe oder auch das, was ich gerade erklären möchte – einfach kopieren und beim Gegenüber einfügen.

Das wäre doch was. Damit könnte man das „Lernen“ unfassbar beschleunigen und Wissen gezielt, garantiert, verlustfrei und effizient verbreiten.

Aber was machen wir Menschen stattdessen? Wir reden, hören zu, vergessen die Hälfte, verstehen die andere Hälfte nicht, schreiben Dinge auf, lernen auswendig, vergessen wieder die Hälfte, lesen nach, fassen zusammen, probieren aus, vertiefen, festigen, überprüfen, fallen auf die Nase, stehen wieder auf, überlegen, lesen und schreiben wieder, fragen nach und irgendwann….. haben wir gefühlt irgendwas verstanden und mit großer Hoffnung auch etwas gelernt.

Das ist, wie unser Gehirn funktioniert, wie wir Menschen seit Generationen Wissen weitergeben. Das ist der Grund, warum bei der Wissens-Weitergabe Verluste einkalkuliert werden müssen, weil „mein Hirn“ eben anders verdrahtet ist (auch schon rein biologisch) als „Ihr Hirn“. Ich habe vermutlich einige Neuronen anders sitzen als Sie (interpretieren Sie das gerne, wie Sie wollen – lach).

Bei KI ist das anders.

KI-Modelle, Gewichte, Parameter – das lässt sich wunderbar kopieren. Das, was ich in ein neuronales Netz trainiert habe, kann ich sofort 1000-fach duplizieren und ausrollen. Hat bspw. ein selbstfahrendes Auto gelernt, wie ein Stopschild aussieht (gute Sache übrigens), können das sofort alle selbstfahrenden Autos. Wenn man’s drauf anlegt, in derselben Sekunde.

Da können wir – rein biologisch – nie im Leben mithalten. KI wird immer schneller „lernen“ als wir.

Sollten wir deswegen frustriert sein? Ich denke, nein. Maschinen haben schon immer Dinge besser oder schneller gemacht, als wir. Ich finde es auch nicht schlimm, dass ein Auto sich schneller fortbewegt, als ich laufen kann.

Der einzige Punkt ist, dass das, was wir bislang als unsere ureigenste Fähigkeit proklamiert haben – nämlich Intelligenz – jetzt in den Fokus rückt (herzlich willkommen in der Krone der Schöpfung). Allerdings hat Intelligenz meiner Meinung nach nur bedingt was mit Fakten, Wissen, „Lernen“ zu tun, sondern vielmehr mit Handeln, Einordnen, Kreativität, Emotion, Fühlen und auch mit dem Vertreten von Werten.

Daher hab ich zumindest auch kein Problem, wenn KI viel mehr „weiß“ und viel schneller „lernt“ als ich. Vielleicht ist KI für uns Menschen ja auch der große Katalysator, uns wieder auf das zu besinnen, was uns ausmacht….

… allerdings sollte man mit dieser (zugegebenermaßen sehr verklärten) Ansicht besser nicht aktuelle Nachrichten und geopolitische Geschehnisse betrachten. Denn trotz aller „Intelligenz“ ist der Mensch manchmal auch erschreckend blöd.

#informatikersindcool#intelligenzvermutung